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The Khmer Kingdom

Keine Reise in meinem Leben hat mich so geprägt wie mein Trip durch Kambodscha. Obwohl er nur eine Woche gedauert hat war er voll von unzähligen Eindrücken, Abenteuern, Selbsterfahrungen und teilweise haarsträubenden Erlebnissen. Die Tatsache, dass ich alleine gereist bin,  hat das ganze wohl noch intensiver gemacht. Jetzt im Nachhinein belächle ich mich für meine naive, westliche Denke die ich zu Reisebeginn an den Tag gelegt habe. Die im Flyer „großen, klimatisierten Reisebusse“ waren 20 Jahre alte, schrottreife Minivans bei denen man während der Fahrt die Türen zuhalten musste um nicht rauszufallen. Hält dort aber niemanden ab, mit 80 km/h über die unbefestigten Straßen zu brettern, nebenbei zu rauchen und dabei noch waghalsig zu überholen während links und rechts Kinder und Wasserbüffel an der Straße stehen… 100 km bin ich tatsächlich quer liegend auf den Schößen dreier auftrainierter, finster drein blickenden Polen transportiert worden, die sich mir auf Nachfrage als „Gärtner“ vorgestellt haben – vorne im Kleinwagen war kein Platz mehr, dort saßen sie jeweils zu zweit auf dem Fahrer – und Beifahrersitz.

Mein Trip ging von Phu Quoc mit dem Schiff nach Ha Tien, von dort aus mit mal größeren, oft kleineren Bussen nach Kep, Kampot über Phnom Penh nach Siem Reap und wieder zurück. Ich wundere mich bis heute, dass doch alles funktioniert hat – also der Transport zumindest. Meine bezahlte „Guided Tour“ hatte ich nach 2 Tagen abgeschrieben und war schon froh, irgendwie irgendwo anzukommen. Trotzdem fühlte ich mich manchmal auch verdammt alleine – um Mitternacht in Siem Reap ankommen und nicht wie angekündigt abgeholt zu werden – wie das gebuchte Hotel heißt konnte mir auf mehrmalige Nachfrage auch niemand im Vorfeld sagen und dann steht man doof da. Beim Rücktransport an der vietnamesischen Grenze zu erfahren, dass man doch das Visum zur Wiedereinreise NICHT vor Ort machen kann wie vom lokalen Reisebüro zugesichert, sondern nur in Phnom Penh (wo ich gerade her kam nach 200 km Taxifahrt) – das sind Momente, wo du am liebsten verzweifelst. 10 Kilometer und einen Reifenplatzer später war ich dann tatsächlich soweit, dass ich diesem wildfremden Typen, der anscheinend vom Reisebüro war, meinen Pass mitzugeben und mir von ihm wie auch immer über Nacht ein Visum besorgen zu lassen.

Dann gab es aber auch diese unglaublichen Momente, wo du in der Früh um 5h vor Angkor Wat stehst und die Sonne langsam über den Tempel aufsteigt um alles in ein magisches, goldenes Licht zu tauchen. Dieses Jahrhunderte alte Bauwerk spiegelt sich vor dir in dem mit Seerosen bewachsenen See und du würdest am liebsten weinen weil alles so unglaublich schön ist. Dieses tief ins Ohr gehende, fast metallisch klingende Zirpen von 3.000.000 Grillen, die sengende Hitze, die absolute Ruhe während du deine Beine in den königlichen Badesee Sra Srang baumeln lässt. Die Bäume im Tempel Ta Prohm, die fast silbern in der Sonne glänzen als wären sie aus einer anderen Welt und die sich langsam aber gewaltig ihren Lebensraum zurück erobern und mit ihren Wurzeln so groß wie 3 Männer über die Tempelmauern wuchern. Die unglaubliche Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Khmer, der Blick auf das riesige Lotosfeld mit den wunderschönen Blüten und der untergehenden Sonne. Die anmutigen, wunderschönen Apsara – Tänzerinnen die mich verzauberten – ich bin so bereichert dass meine Wangen immer noch zu glühen anfangen, sobald ich an Kambodscha denke. Es ist noch so viel zu entdecken dort – wir sehen uns wieder!

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